Buchtipp: Saeculum

Inhalt:

Fünf Tage im tiefsten Wald, die nächste Ortschaft kilometerweit entfernt, leben wie im Mittelalter – ohne Strom, ohne Handy –, normalerweise wäre das nichts für Bastian. Dass er dennoch mitmacht bei dieser Reise in die Vergangenheit, liegt einzig und allein an Sandra. Als kurz vor der Abfahrt das Geheimnis um den Spielort gelüftet wird, fällt ein erster Schatten auf das Unternehmen: Das abgelegene Waldstück, in dem das Abenteuer stattfindet, soll verflucht sein. Was zunächst niemand ernst nimmt, scheint sich jedoch zu bewahrheiten, denn aus dem harmlosen Live-Rollenspiel wird plötzlich ein tödlicher Wettlauf gegen die Zeit. Liegt tatsächlich ein Fluch auf dem Wald?

Meine Meinung:

Nach Erebos war Saeculum mein zweites Buch, das ich von Ursula Poznanski gelesen habe. Während in Erebos der Protagonist 16 Jahre alt ist, sind die Figuren in Saeculum bereits um die 20, was sich auf den Schreibstil auswirkt. Der Schreibstil wirkt reifer und erwachsener. Poznanzki lässt sich am Anfang Zeit und schafft somit eine authentische Atmosphäre. Meiner Meinung nach gut gelungen ist der Einstieg in die Geschichte, denn man wird als unerfahrener Leser, was Mittelalter-Conventions angeht (so war es jedenfalls bei mir), gut in die Szene eingeführt, man konnte Bastians Gedanken und Gefühle gut nachzuvollziehen. Es war wirklich interessant, von einer Mittelalter-Convention zu lesen, denn ich persönlich war noch nie auf einer und kenne auch sonst niemanden, der sich in dieser Szene bewegt.

„Saeculum“ lebt vor allem durch seine Charaktere. Jeder Charakter hat seine eigene Geschichte, manche treten deutlicher hervor, manche weniger. Verfasst ist Saeculum abwechselnd aus der Sicht von Iris, einer geheimnisvolle Rollenspielerin, die ihre Zeit gerne auf Mittelaltermärkten verbringt, und Bastian, einem Medizinstudenten, für den das alles noch ganz neu ist und der diesen Schritt ins Abenteuer wagt.

Ursula Poznanskis Schreibstil ist einfach fesselnd und die Ausarbeitung der Charaktere sehr detailliert gelungen. Die Autorin benutzt einen sehr handlungsorientierten Schreibstil, der das Geschehen sehr authentisch erzählt. Die Gespräche der Charaktere sind angepasst an die Umgangssprache. Es gibt auch keine langen Absätze, die das Lesen zäh werden lassen und generell reiht sich hier Handlung an Handlung und es kommt keine Langeweile auf. Die Geschichte spannend und leicht verständlich geschrieben. Die Rollenspieler und ihre Stimmung sind wirklich gut und authentisch beschrieben. Und je weiter der Roman voranschreitet, desto interessanter werden die Ereignisse.

Fazit:

Saeculum ist ein sehr gut gelungener Jugend-Thriller. Nach einem eher ruhigen Anfang nimmt die Geschichte langsam an Fahrt auf, die unheimliche Atmosphäre ist schon auf den ersten Seiten spürbar. Sehr gefallen hat mir der tolle Schreibstil der Autorin, die die einzelnen Geschehnisse sehr bildhaft schildert. Man hat das verlassene Waldgebiet fast bildlich vor Augen.

Wer mal wieder Lust auf einen richtig guten Thriller hat, dem kann ich dieses Buch nur empfehlen!

Saeculum
Ursula Poznaski
Loewe-Verlag 2012
496 Seiten
Erhältlich als Taschenbuch, E-Book und Hörbuch

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