Ein Tag beim SPIEGEL

Von: Publizistik 9, November 2025

 

Ein Blick hinter die Kulissen eines großen Nachrichtenmagazins

 

Es ist Nachmittag, als unser Publizistik Kurs vor dem modernen SPIEGEL Gebäude an der Ericusspitze ankommt. Glasfassaden, Wasser direkt vor der Tür, ein beeindruckender Eingangsbereich. Schon von außen wirkt das Haus so, als würde hier jeden Tag etwas Wichtiges entstehen. Und genau das wollten wir herausfinden: Wie arbeitet eigentlich ein großes Nachrichtenmagazin? Wie entstehen Artikel, die täglich von Millionen gelesen werden?

Der erste Eindruck: ein Haus, das Kommunikation lebt. Wir werden von dem Chef der digitalen Abteilung vom Spiegel abgeholt, der uns herzlich begrüßt und durch die offenen Arbeitsbereiche führt. Überall Glas, weite Räume und Brücken zwischen den Stockwerken. Man hat das Gefühl, dass hier sehr offen gearbeitet wird. Er erzählt uns, dass der SPIEGEL seit 2011 in diesem Gebäude sitzt.

Die Etagen werden im Haus intern gern mit Bildern beschrieben. Ganz oben ist sozusagen das Gehirn, weil dort die Leitung sitzt. In der Mitte das Herz, in dem viele redaktionelle Entscheidungen getroffen werden. Im Erdgeschoss befindet sich der Bauch, da dort die Kantine liegt. Diese Begriffe sollen zeigen, wie eng alles zusammenhängt. Wie Journalismus entsteht: mehr Teamarbeit als man denkt Während der Führung bekommen wir Einblicke in verschiedene Bereiche der Redaktion. Es gibt Ressorts wie Politik, Ausland, Netzwelt, Gesellschaft und weitere. Jeden Morgen finden Besprechungen statt, in denen entschieden wird, welche Themen an diesem Tag besonders wichtig sind und wie sie bearbeitet werden sollen.

Der Chefredakteur der digitalen Abteilung erklärte uns, dass die meisten Artikel zunächst online erscheinen. Erst danach folgen sie in der gedruckten Ausgabe. Außerdem wird ständig beobachtet, wie viele Menschen gerade online sind und welche Themen besonders großes Interesse wecken. Wir dürfen kurze Einblicke in Tools sehen, mit denen die Redaktion dieses Nutzerverhalten auswertet. Ein Gespräch mit einem Reporter: Geschichten aus erster Hand. Ein besonderer Höhepunkt des Besuchs ist das Gespräch mit einem SPIEGEL Reporter. Er berichtet von seiner Arbeit, seinen Reisen und Recherchen. Eine Geschichte bleibt uns besonders in Erinnerung. Er erzählte von einem Flug in einem Flugzeug, das für kurze Zeit Schwerelosigkeit erzeugt. Dabei sollte er gleichzeitig beobachten und schreiben. Für uns klang das wie eine Mischung aus Abenteuer und Journalismus. Er betonte außerdem, wie wichtig es ist, gute Fragen zu stellen und Informationen gründlich zu prüfen.

Ein kurzer Blick in die Geschichte auch die Vergangenheit des SPIEGEL spielt während der Führung eine Rolle. Besonders bekannt ist die Spiegel Affäre von 1962. Nach einem kritischen Bericht über das Verteidigungsministerium gab es Hausdurchsuchungen und große politische Auseinandersetzungen. Der Gründer Rudolf Augstein war über 100 Tage in Haft. Heute gilt dieses Ereignis als wichtiges Beispiel für die Pressefreiheit in Deutschland. Was wir mitgenommen haben Unser Besuch hat uns gezeigt, wie viel Arbeit und Organisation hinter einem großen Medium wie dem SPIEGEL steckt. Neben Recherchen und Schreiben gehören Teamabstimmungen, digitale Auswertungen und klare Entscheidungen zum Alltag. Es war beeindruckend zu sehen, wie modern und transparent dort gearbeitet wird.

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