Fußball WM 2026, Sport im Mittelpunkt?
Ilia, Jacub, Vincent (Jg. 9), 06. Juli 2026
Dieses Jahr findet die Fußball Weltmeisterschaft in den USA, Kanada und Mexiko statt. Zum ersten Mal sind 48 Nationalmannschaften dabei. Damit ist es die größte WM der Geschichte. Millionen Menschen verfolgen die Spiele, sei es im Stadion, vor dem Fernseher oder gemeinsam mit Freunden und Familie.
Schon vor dem Anpfiff wird viel über die Weltmeisterschaft diskutiert. Kritiker verweisen auf politische Entwicklungen in den USA, auf lange Reisewege zwischen den Spielorten und auf die teilweise hohen Temperaturen während des Turniers. Dadurch stellt sich erneut die Frage, ob Sport und Politik überhaupt voneinander getrennt werden können. Dies werden wir euch in diesem Artikel ausführlich erzählen.
Viele Mannschaften hatten große Probleme bei der Einreise in die USA. Besonders betroffen waren Teams aus Afrika und dem Nahen Osten. Der irakische Stürmer Aymen Hussein wurde am Flughafen Chicago fast sieben Stunden lang festgehalten und verhört. Der Fotograf der irakischen Mannschaft durfte gar nicht erst einreisen. Der somalische Schiedsrichter Omar Abdulkadir Artan hatte ein gültiges Visum, wurde aber trotzdem festgenommen und abgeschoben.
Auch Südafrika, Marokko und die Elfenbeinküste mussten sehr lange Kontrollen über sich ergehen lassen. Die usbekische Mannschaft wurde schon im Bus abgetastet, und Spürhunde schnüffelten an ihren Taschen. Der Iran bekam für mindestens 15 Mitarbeiter kein Visum. Ghanas Star-Spieler Thomas Partey durfte nicht nach Kanada einreisen, und der Schweizer Breel Embolo konnte erst mit Verspätung anreisen.
Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International warnt, dass die WM eine Bühne für Unterdrückung werden könnte. Die USA haben im Jahr 2025 mehr als 500.000 Menschen abgeschoben. Amnesty sagt, dass Fans, Spieler und Journalisten in Gefahr sind. Sie könnten festgenommen, abgeschoben oder überwacht werden. Die FIFA verspricht ein sicheres Turnier, aber Amnesty findet, dass die FIFA zu wenig tut, um die Menschenrechte zu schützen.
Sportswashing bedeutet, dass Länder mit schlechter Menschenrechts-Bilanz den Fußball nutzen, um ihr Image aufzupolieren. Kritiker sagen, dass auch die USA das jetzt machen. Menschenrechtsgruppen werfen der US-Regierung vor, die WM zu nutzen, um von Menschenrechts-Verstößen abzulenken.
Die WM 2026 wird etwa neun Millionen Tonnen CO₂ verursachen. Das ist fast doppelt so viel wie die WM 2022 in Katar. Besonders kritisch ist, dass FIFA-Chef Gianni Infantino ständig mit dem Privatjet zwischen den Spielorten hin und her fliegt. Greenpeace wirft der FIFA vor, dass sie Klimaschutz predigt, aber die eigenen Chefs mit dem Privatjet fliegen.
Der frühere deutsche Kapitän Philipp Lahm hat scharfe Kritik geübt. Er sagt, dass am bedenklichsten Infantinos Nähe zu Machthabern wie Donald Trump ist. Die WM wird verkauft, das raubt dem Fußball Glaubwürdigkeit. Lahm kritisiert auch die viel zu hohen Ticketpreise und die mangelnde Transparenz der FIFA.
Die Ticketpreise sind extrem gestiegen. Die FIFA hat die Preise für 90 von 104 Spielen um durchschnittlich bis zu 34 Prozent erhöht. Viele Fans können sich die Tickets nicht leisten. Es bleiben sogar Plätze leer. Die Staatsanwaltschaft in den USA ermittelt jetzt gegen die FIFA wegen der Ticket-Vergabe.
Die WM 2026 ist ein großes Fußball-Fest. Aber sie hat viele Probleme. Strenge Kontrollen und Abschiebungen von Spielern, Menschenrechts-Verstöße, Sportswashing, riesige Umwelt-Schäden und viel zu teure Tickets. Viele fragen sich, ob man dieses Turnier überhaupt anschauen darf. Die Antwort ist nicht einfach. Die Kritik ist natürlich berechtigt. Gleichzeitig haben wir aber das Gefühl, dass heutzutage rund um große Sportereignisse oft zuerst über Politik und Kontroversen gesprochen wird und erst danach über den Sport selbst.
Für uns sollte beides möglich sein, Kritik äußern und sich trotzdem auf die Spiele freuen. Die WM ist eines der wenigen Ereignisse, bei dem Menschen aus unterschiedlichsten Ländern gemeinsam mitfiebern, jubeln und mit ihren Mannschaften feiern. In einer Zeit, in der viele Themen die Gesellschaft eher spalten, kann Sport auch verbinden.
Genau deshalb überwiegt bei uns die Freude. Wir werden die Diskussionen nicht ausblenden, möchten aber nicht, dass sie alles andere überschatten. Am Ende hoffen wir vor allem auf spannende Spiele, besondere Momente und darauf, dass der Fußball wieder Menschen zusammenbringt. Kritik darf ihren Platz haben, sollte aber nicht alles andere überdecken. Denn manchmal ist Fußball mehr als nur ein Spiel. Er bringt Menschen zusammen, die sonst wahrscheinlich nie gemeinsam vor einem Bildschirm sitzen würden.